Die Nachfrage nach Schiffneubauten wird zukünftig weiter steigen. Hohe Werftkapazitäten bewirken jedoch einen harten Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt, der die Preise fallen läßt. Dies kann nur durch bessere Verfahren und qualifiziertes Personal ausgeglichen werden.
Innerhalb der nächsten Jahrzehnte werden Schiffe sicherer, leichter und besser steuerbar sein. Ebenso ist denkbar, daß dann die Schiffe nicht mehr fossile Brennstoffe benötigen. Eine große Rolle im Schiffbau spielt die Schweißtechnik. Doch trotz der bisherigen Fortschritte in dieser Technik erwarten die Schiffbauer in der Zukunft mehr: das Schweißen muß noch wirtschaftlicher, schneller und besser erfolgen.
Aus dem Jahre 1905 ist die erste Schweißarbeit im Schiffbau überliefert. Im Lloyds Register ist dazu die Reparaturschweißung am Dampfkessel eines schwedischen Schiffes vermerkt. 1917 wurden in einer englischen Werft Untersuchungen zum Festigkeitsverhalten geschweißter Verbindungen durchgeführt, deren Ergebnisse die Grundlage der ersten von Lloyds Register herausgegebenen Vorschriften und Regeln für die Konstruktion und den Bau geschweißter Schiffe waren.
1920 brachten die für Lloyds Register durchgeführten Untersuchungen insgesamt so positive Ergebnisse mit den Schweißresultaten, daß man sich entschloß, ein vollständig geschweißtes Werkstatt- und Schleppschiff zu bauen, das bis 1976 unverändert noch immer im aktiven Dienst stand.
Heute erlauben es moderne Schweißportale mit einer Spannweite von mehr als 20 m im Schiffbau alle Typen von Werkstücken mit Plattformzuführung zu bearbeiten. Alle Achsen des Portals sind in eine Robotersteuerung integriert. Durch Kopplung der Portalantriebe kann das Portal selbst für die Schweißung eingesetzt werden. Eine Laserkamera, parallel zur Brennerachse angeordnet, verfolgt die Naht und mißt und überwacht automatisch die Spaltbreite.
Durch stetig verbesserte Prüfungsverfahren können Korrekturarbeiten infolge Wärmeverzugs, ungenauen Zuschnitts oder ungenauer Positionierung weiter minimiert werden. Die Nachbearbeitung von Schweißnähten und die Reparatur von Rissen wird weitestgehend vermieden. Durch Verbesserung der Maßhaltigkeit von Bauteilen und durch den konsequenten Einsatz geeigneter Prüfsysteme kann noch eine enorme Reduzierung der Kosten erfolgen. Zusammen mit besserer Logistik und einer einfacheren Struktur ist so ein besseres und sichereres Schiff möglich.