Rohre in Dampferzeugern und Wärmeaustauschern von Kraftwerken werden zu Wartungszwecken und aus sicherheitstechnischen Gründen periodisch mit zerstörungsfreien Methoden überprüft. Meist muss die Prüfung mit Sonden vom Rohrinneren aus erfolgen.
Die wichtigsten gesuchten Fehlerarten sind Risse und Beschädigungen, die noch von der Fertigung herrühren, sowie als Folge des Einbaus und des Betriebes entstehende Defekte wie Cladding, Korrosion, Erosion, Schwingungsrisse sowie Risse an Rohrböden und Stegblechen. Für die Prüfung von Rohren aus nichtferromagnetischen Metallen kommen vor allem Wirbelstrommethoden in Frage.
Bei der Wiederholungsprüfung an Dampferzeugerrohren ist neben der Fehlerdetektion auch eine Typisierung und eine Klassifizierung der Fehler nach ihrer Größe erforderlich. Bei der Wirbelstromprüfung wird dies einerseits durch Störeffekte, wie sie z. B. von Abstandshaltern, Einwalzungen im Rohrboden oder durch Pilgereffekte am Rohr selbst hervorgerufen sind, und andererseits durch die komplexe Natur der Wirbelstromsignale, die maßgeblich von der Prüfgeometrie beeinflußt werden, erschwert.
Innenspulen und Innenrotiersonden, die bei der Dampferzeugerrohrprüfung eingesetzt werden, unterscheiden sich vor allem dadurch, dass Innenspulen erhöhte Empfindlichkeit auf Störsignale aufweisen, die durch unstetige Änderungen in Umfangsrichtung hervorgerufen werden.
Durch Einsatz der Mehrfrequenzmethode ist eine differenzierte Signalbewertung in gewissem Umfang möglich, eine vollständige Störunterdrückung ist allerdings erst ab recht großen Fehlerabmessungen möglich.
Die Rohrinnenspule erlaubt indessen bei Bewertung der Einzelsignale durch die Phaseninformation eine relativ genaue Beurteilung der Ausdehnung von Fehlern. Die Innenrotiersonde weist, da die Abtastrichtung in Umfangsrichtung liegt, probenspezifisch eine geringere Störempfindlichkeit auf. Die Fehlergrößenbeurteilung ist allerdings nur aufgrund der Amplitudeninformation und daher mit geringerer Signifikanz möglich.
Durch eine Kombination von Innenspulen- und Innenrotiersondenverfahren sowie der Anwendung einer Auswertemethode für die komplexen Signalgebilde längerer Prüfabschnitte kann nach dem heutigen Stand der Technik ein Höchstmaß an Prüfinformation erhalten werden.