Responsible Care ist eine weltweite Initiative der chemischen Industrie. Responsible Care steht für den Willen der Unternehmen, ihre Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern, auch unabhängig von gesetzlichen Vorgaben.
Responsible Care wird durch die folgenden zehn Leitsätze gekennzeichnet, welche international abgestimmt sind:
1) Die chemische Industrie betrachtet Sicherheit sowie Schutz von Mensch und Umwelt als Anliegen von fundamentaler Bedeutung. Deshalb sind von der Unternehmensführung umweltpolitische Leitlinien zu formulieren und regelmäßig auf neue Anforderungen zu überprüfen sowie Verfahren zur wirksamen Umsetzung dieser Vorgaben in die betriebliche Praxis zu schaffen.
2) Die chemische Industrie stärkt bei allen Mitarbeitern das persönliche Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt und schärft deren Blick für mögliche Umweltbelastungen durch ihre Produkte und den Betrieb ihrer Anlagen.
3) Die chemische Industrie nimmt Fragen und Bedenken der Öffentlichkeit gegenüber ihren Produkten und Unternehmensaktivitäten ernst und geht konstruktiv darauf ein.
4) Die chemische Industrie vermindert zum Schutz ihrer Mitarbeiter, Nachbarn, Kunden und Verbraucher sowie der Umwelt kontinuierlich die Gefahren und Risiken bei Herstellung, Lagerung, Transport, Vertrieb, Anwendung, Verwertung und Entsorgung ihrer Produkte. Sie berücksichtigt bereits bei der Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltaspekte.
5) Die chemische Industrie informiert ihre Kunden in geeigneter Weise über den sicheren Transport, die Lagerung, die sichere Anwendung, Verwertung und Entsorgung ihrer Produkte.
6) Die chemische Industrie arbeitet ständig an der Erweiterung des Wissens über mögliche Auswirkungen von Produkten, Produktionsverfahren und Abfällen auf Mensch und Umwelt.
7) Die chemische Industrie wird, ungeachtet der wirtschaftlichen Interessen, die Vermarktung von Produkten einschränken oder deren Produktion einstellen, falls nach den Ergebnissen einer Risikobewertung die Vorsorge zum Schutz vor Gefahren für Gesundheit und Umwelt dies erfordert. Sie wird die Öffentlichkeit darüber umfassend informieren.
8) Die chemische Industrie leitet bei betriebsbedingten Gesundheits- oder Umweltgefahren die erforderlichen Maßnahmen ein, arbeitet in enger Abstimmung mit den Behörden und informiert die Öffentlichkeit unverzüglich.
9) Die chemische Industrie bringt ihr Wissen und ihre Erfahrung aktiv in die Erarbeitung praxisnaher und wirkungsvoller Gesetze, Verordnungen und Standards ein, um den Schutz von Mensch und Umwelt zu gewährleisten.
10) Die chemische Industrie fördert die Grundsätze und die Umsetzung von Responsible Care. Dazu dient insbesondere ein offener Austausch von Erkenntnissen und Erfahrungen mit betroffenen und interessierten Kreisen.
Diese global formulierten Ziele sind auf betrieblicher Ebene umzusetzen. Alle Bereiche eines Unternehmens, die im weitesten Sinn für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt von Bedeutung sind, werden von diesen Leitsätzen erfasst. Für einen Betrieb ergeben sich daraus enorme Konsequenzen.
Verantwortliches Handeln bedeutet, sich präventiv, systematisch und umfassend mit Sicherheitsaspekten auseinander zu setzen, um Risiken, die von einer Chemieanlage ausgehen können, zu erkennen, zu bewerten und zu beseitigen oder zu vermindern. Die sichere Bedienung einer Anlage muss durch schriftliche Anweisungen, Schulungen und Übungen gewährleistet sein. Für die Gefahrenabwehr sind Pläne auszuarbeiten und mit den zuständigen Behörden abzustimmen.
Im Sinne eines integrierten Arbeitsschutzes muss der Schutz der Mitarbeiter vor unmittelbaren und langfristigen gesundheitlichen Gefährdungen gewährleistet sein. Eine Gesamtbetrachtung, welche die Arbeitsorganisation, das Arbeitsschutzsicherheitsmanagement, den Gesundheitsschutz, die Sicherheitstechnik, die Gefahrstoffe und die Produktionsverfahren miteinbezieht, ermöglicht ein umfassendes Arbeitsschutzkonzept.
Die Vorsorge beginnt bereits bei der Planung und Entwicklung eines Produktes und umfasst alle Phasen seines Bestehens. Sie erfordert die verantwortungsvolle Zusammenarbeit aller Partner in der Produktkette, von der Entwicklung bis zum Endverbleib.
Verantwortliches Handeln bedeutet Umweltschutzauflagen aktiv zu erfüllen und unabhängig davon ständige Weiter- und Neuentwicklungen von Produkten und Produktionsverfahren zur Verbesserung des Umweltschutzes zu nutzen. Umweltmanagementsysteme und wirksame Programme zur Emissions- und Abfallverminderung sowie zur Ressourcenschonung sind Maßnahmen für eine konsequente Weiterentwicklung des Umweltschutzes.
Das Risiko bei Transport, Umschlag und Lagerung von Chemikalien gilt es ständig weiter zu verringern. Dazu werden die möglichen Gefahren ermittelt und entsprechende vorbeugende Maßnahmen zu ihrer Vermeidung bzw. Begrenzung getroffen. Bei Transportunfällen ist eigenverantwortlich aktive Hilfe zu leisten.
Verantwortliches Handeln heißt eine Basis des Vertrauens zu schaffen. Dies ist durch einen offenen Dialog zwischen den Unternehmen der chemischen Industrie und ihren Nachbarn, Kunden und Verbrauchern sowie dem gesellschaftlichen Umfeld zu gewährleisten. Von besonderer Bedeutung ist der Dialog mit den eigenen Mitarbeitern.